Der Veranstaltungskalender für die Dreiländerregion

Zerrinnerung - Von der Ungeduld der Gedanken


Sonntag | 10.04.2022, 19:00 Uhr

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz
Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau
Bühne & Literatur
Demianipl. 26, 02826 Görlitz, Deutschland
https://www.g-h-t.de/de/spielplan/zerrinnerung-...

Tanzstück von Dan Pelleg und Marko E. Weigert

URAUFFÜHRUING

Unsere Erinnerungen bilden wohl den größten Teil unseres Bewusstseins, neben unseren Gedanken, Hoffnungen und Plänen. Somit bildet die Gesamtheit dieser Erinnerungen, Gedanken und Hoffnungen das, was man das Ich nennt. Wie verlässlich sind aber diese, unsere Erinnerungen tatsächlich? Im Vergleich zu den Erinnerungen anderer Menschen an dasselbe Ereignis erleben wir immer wieder zum Teil starke Diskrepanzen, die uns unerklärlich erscheinen. Wir wissen daher genau, dass unsere Erinnerungen ausgesprochen fehlbar und anfällig sind. Von der trivialsten Namensverwechslung bis zum sogenannten False-Memory-Syndrom, das Pseudo-Erinnerungen, meist traumatisch bedingte Erinnerungsverzerrungen, bezeichnet, bei dem man Erinnerungen an Ereignisse hat, die man eigentlich gar nicht selber erlebt hat. Unser Gedächtnis spielt uns also tatsächlich öfter gern einen Streich, und der Verlauf der Zeit, genau wie das Fließen von Wasser über Gestein, korrodiert unsere Erinnerungen und meißelt sie zuweilen zu fantasievollen neuen Gebilden um.

Orly Azran ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die in Tel Aviv, Israel, lebt und arbeitet. Sie studierte an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem und erwarb einen MFA an der School of the Museum of Fine Arts, zur Tufts University, Massachusetts. In den letzten vierzig Jahren hat sie ihre Kunstwerke in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter individuelle Kunstprojekte und ortsspezifische Installationen sowie Gruppenausstellungen in den USA und Israel.

Ihre Werke bestehen aus szenografischen Installationen, bei denen der Raum, die Verwendung einer Vielzahl von Materialien und die Beteiligung des Zuschauers von großer Bedeutung sind. Sie bezeichnet ihre Arbeit als "Theater ohne Schauspieler", bei dem der Betrachter zum Akteur im Galerieraum wird.

In Zerrinnerung verschmelzen faszinierende Kunstwerke aus ihrer neuesten Ausstellung Zichronika auf unserer Bühne mit den Tänzerinnen und Tänzern zu einer tänzerisch-visuellen Abhandlung des Zerrinnens unserer Erinnerungen. ‎‎‎

Aktualisiert am 09.04.22, 14:00 Uhr